Patchkabel – Verwendung und Herstellung

30. 10. 2018 von Redaktion

Patchkabel – Herstellung und Verwendung

Das Patchkabel, oder auch Rangierkabel genannt, ist ein Kabeltyp der Netztechnik und der Telekommunikation. Der Name des Patchkabels lässt sich vom englischen „to patch“ ableiten, was soviel heißt wie „zusammenschalten“. Patchkabel sind meist vorkonfektioniert und besitzen eine eher kurze Kabellänge (z. B. 50 cm oder 1 m). Jedoch existiert keine bestimmte Kabelnormung, daher werden häufig auch andere variable bzw. nicht fest verlegte Kabelverbindungen als Patchkabel bezeichnet. Patch- oder Anschlusskabel gibt es sowohl in Glasfaser – als auch in Kupfer-Ausführung.

 

Der Unterschied von Kuper-Patchkabeln und fest verlegten Kabeln ist, dass die Adern im Kabel aus flexiblen Kupferlitzen bestehen, ganz im Gegensatz zu den massiven Drähten, welche in einem fest verlegten Kabel zu finden sind.

Glasfaser-Patchkabel hingegen verzichten meist auf einen komplexen Kabelaufbau und greifen bei Duplex direkt auf flexiblere Zipcord-Varianten zurück. Patchkabel finden ihren Einsatz meist dann, wenn Kabelstrecken von 0,3 bis 25 Metern abgedeckt werden müssen – für noch längere Strecken eignen sich fest installierte Verbindungen meist besser.

Verwendung von Patchkabeln

Patchkabel dienen…

  • … zur Verbindung von Anschlüssen (auch Ports genannt) eines Patchpanels mit Ports eines anderen Patchfeldes; diese Verbindung nennt man Patch oder Rangierung
  • … zur Verbindung von Anschlüssen eines Patchfelds mit einem Netzwerkverteilergerät (zum Beispiel Switch, Hub oder Router)
  • … der Anbindung von Endgeräten wie zum Beispiel eines PC’s mit Netzwerkkarte an eine Netzanschlussdose.

Zusammengelegtes Koaxialkabel

Unterschiede der Patchkabel

Patchkabel kommen bei unterschiedlichen Netztypen zum Einsatz, zum Beispiel bei

  • Telefonverteilungen von Telekommunikationsanlagen
  • strukturierten Verkabelungen
  • Ethernet-Netzen

Häufig anzutreffende Kabeltypen sind vor allem Twisted-Pair-Kabel, Lichtwellenleiter und Koaxialkabel, wie Sie sie bei uns im Shop finden.

Herstellung von Kuperpatchkabeln

In der Theorie können Patchkabel für Twisted-Pair-Kupferanwendungen relativ simpel selbst konfektioniert werden. Jedoch ist hier zu beachten, dass die Qualität und Güte eines Patchkabels erheblichen Einfluss auf die Leistung und Güte der Datenübertragung nimmt. Der Aderdurchmesser und die Qualität der Meterware spielen hier ebenso eine Rolle wie der Stecker und natürlich die Qualität der Konfektion.

Auch Faktoren wie Power over Ethernet und die damit verbundenen, möglichen Komplikationen der Steckverbindung sollten hierbei auf keinen Fall außer Acht gelassen werden. Es empfiehlt sich, laufend zertifizierte und TÜV-geprüfte, fertig konfektionierte Patchkabel einzusetzen.

Herstellung von Glasfasterpatchkabeln

Bei der Konfektionierung von Glasfaserpatchkabeln werden die benötigten Fasern mit einem Spezialwerkzeug abgesetzt und in die Steckerhülle (auch Ferrule genannt) eines LWL-Steckers eingeklebt. Der Faserüberstand wird danach angeritzt und somit definiert gebrochen. Als nächster Schritt wird danach die Stirnfläche des Steckers mit einem Polierset plangeschliffen. Die Zugentlastung des Patchkabels wird mittels einer Crimphülse am Steckerkörper, die unter das für die Entlastung zuständige Kevlargarn eingeklemmt wird, realisiert.

Zusätzlichen mechanischen Schutz bieten der Kabelmantel und die am Stecker bzw. Kabelübergang aufzubringende Knickschutztülle, welche Sie auch bei uns im Online-Shop finden. Die Güte und Qualität eines Patchkabels wird von Faktoren, wie Genauigkeit der Kernbohrung in der Steckerhülle, Kernexzentrizität und Rundheit der verwendeten Glasfaser und Qualität der Polierung maßgeblich bestimmt. Kleinste Riefen und Verunreinigungen auf der Faserendfläche können je nach Leistungsdichte der Laserübertragung evtl. zu massiven Zerstörungen am Stecksystem und anderen Komponenten führen. Abgesehen davon führen Verschmutzungen und schlechte Konfektionsqualität schnell zu einer Erhöhung der Systemdämpfung und erhöhen somit auch die Bitfehlerrate.

Patchkabel mit vergoldetem IPEX Stecker

Umso wichtiger ist es, dass die Stirnflächen bei der Produktion durch ein Interferometer einzeln begutachtet und kontrolliert werden und die Qualität der verwendeten Rohmaterialien dauerhaft hoch ist.

Wenn Sie gerne noch etwas mehr zum korrekten Arbeiten mit Patchkabeln erfahren möchten, dann schauen Sie doch einmal auf unserem Blog vorbei. Auf unserem Blog finden Sie noch einen weiteren, ausführlichen Beitrag zu diesem Thema.

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