Steckverbinder in allen Variationen

22. 03. 2017 von Redaktion

Grundsätzlich dienen Steckverbinder zum Trennen und Verbinden von Leitungen für elektrischen Strom und sind ein Teilgebiet der Verbindungstechnik. Unterschieden werden weltweit zahlreiche genormte Steckverbinder, die man je nach geometrischer Form der Stecker, Buchsen oder Kupplungen und je nach dem zu übertragenen elektrischen oder optischen Signal bestimmten Kategorien zuteilt. So dienen koaxiale Steckverbinder der lösbaren Verbindung von Koaxialkabeln.

Da sämtliche Verbindungsteile durch Formschluss der Steckerteile passend ausgerichtet sind, ist es auch das Ziel der Koax-Stecker, die Vorteile der Koaxialkabel, so die geringe elektromagnetische Beeinflussung und Abstrahlung sowie eine gute elektrische Abschirmung zu erhalten. Eine wichtige Kenngröße eines Steckverbinders für Hochfrequenzanwendungen ist die Impedanz. Da für eine gute Übertragung von hohen Frequenzen die Impedanz über die gesamte Übertragungsstrecke den gleichen Wert haben sollte, sollten auch die Steckverbinder die gleiche Impedanz wie das Kabel aufweisen.

Impedanz eines Steckverbinders

Wie schon bei der Impedanz eines Koaxialkabels ergibt sich die Impedanz eines zylindrisch aufgebauten Steckverbinders aus dem Verhältnis der Durchmesser von Innenleiter zum Durchmesser des Dielektrikums. Demzufolge muss der Innenstift von 75-Ohm-Steckern bei gleicher Isolierung dünner sein als bei Steckern gleicher Baugröße mit 50 Ohm.

BNC-Steckverbinder

Die häufigste Bauform der Koaxialstecker ist der BNC-Steckverbinder, (Bayonet Neill Concelman). Die Bezeichnung geht zurück auf die Entwickler Paul Neill und Carl Concelman, die diesen Typ Ende der 1940er Jahre als verkleinerte Form der C-Steckverbinder entwarfen. Auch Typennamen wie Bayonet Navy Connector, British Naval Connector, Bayonet Nut, Naur oder Norm Connector sind zu finden. „Bayonet“ steht für den Bajonettverschluss der BNC-Steckverbinder für Hochfrequenzen bis zu 1 GHz, manchmal bis zu 4 GHz mit 50 oder 75 Ohm.

BNC-Steckverbinder
Beide Ohm-Typen sind untereinander steckbar und werden vorzugsweise in der Funk- und Videotechnik eingesetzt. Mit dem Vormarsch der SCART- und Cinch-Steckverbindungen ging der Einsatz von BNC-Steckern an Heimvideorekordern stark zurück. Durchgesetzt hat sich die BNC-Technik im Laborbetrieb, an Messgeräten wie Oszilloskop, Frequenzzähler und Funktionsgenerator, weil sie elektrische Störungen abschirmt.

TNC-Steckverbinder

Neben den gängigen BNC-Steckverbindern sind auch die diesem ähnlichen TNC-Steckverbinder (Threaded Neill Concelman) für Hochfrequenz bis etwa 11 GHz mit 50 Ω sehr bekannt. Statt durch ein Bajonett werden sie mittels Gewinde (thread) miteinander verbunden. Wie der N-Stecker sind TNC-Stecker bis etwa 18 GHz ausgelegt. Die Entwickler des BNC-Steckers hatten die Alternative zehn Jahre später entwickelt, um die elektrischen Einbußen des BNC-Steckers in Umgebungen mit starker Vibration aufgrund des relativ losen Bajonettverschlusses zu optimieren.

F-Steckverbinder

Neben weiteren Steckverbindern wie dem C-Steckverbinder mit Bajonettverschluss gibt es die F-Steckverbinder, koaxiale Steckverbinder mit Schraubverriegelung für Hochfrequenzen bis etwa 5 GHz und 75 Ω. In Nordamerika werden sie üblicherweise als Fernsehantennenstecker eingesetzt und weltweit im Bereich des Satelliten- und Kabelfernsehen. Neben F-Steckern, die zum Aufdrehen geeignet sind, werden Crimp- oder Kompressionsstecker angeboten.

FME-Steckverbinder

Des Weiteren kommen FME-Steckverbinder (For Mobile Equipment), sogenannte Miniatur-Steckverbinder mit 50 Ω für Frequenzen bis zu 2 GHz vor allem bei externen Mobilfunkantennen im KFZ-Bereich zum Einsatz. SMBA-(FAKRA)-Steckverbinder (von Fachkreis Automobil) mit 50 Ohm und bis 6 GHz wurden speziell für die Verwendung im Automobilbereich entwickelt.

MCX-Steckverbinder

MCX-Steckverbinder (Miniature CoaX) sind kleine koaxiale Steckverbinder und sind aufgrund ihrer Schnappverbindung ähnlich wie SMB sehr einfach zu handhaben. Häufig werden sie in einem Atemzug mit MMCX-Steckverbindern (Micro Miniature CoaX sowie SSMCX-Steckverbindern (Super Small MCX) erwähnt.

UHF-Steckverbinder

In einfacheren Anwendungen im Kurzwellenbereich ist der UHF-Steckverbinder, gern fälschlich PL-Stecker (von plug) genannt, anzufinden, so bei Amateurfunkgeräten oder beim CB-Funk. Scherzhaft heißt er auch „Bananenstecker mit Überwurfmutter“ oder „Ungeeignet für HochFrequenz“.

N-Steckverbinder

Der N-Steckverbinder entstammt wieder Paul Neill und wurde anfangs im Bereich der US-Marine eingesetzt. Dieser koaxiale Steckverbinder mit Schraubverriegelung, einem Leitungswellenwiderstand von 50 Ω, seltener 75 Ω und einem Einsatzbereich bis 11 GHz gehört zu den Favoriten in der professionellen Hochfrequenztechnik. Noch höhere Übertragungsleistungen erlauben die DIN 7/16-Steckverbinder und sind darum Standard bei Mobilfunk-Basisstationen.

SMA-Steckverbinder

SMA-Steckverbinder sind im Vergleich zu anderen Hochfrequenz-Steckverbindern sehr klein, aufgrund der Schraubverriegelung aber mechanisch sehr robust. Daneben spezifiziert man „Super SMA“ oder SSMA (Small SMA). Letztere wurden hauptsächlich für den Einsatz im Weltraum konzipiert.

SMA-Steckverbinder
Die Liste der Steckverbinder lässt sich unentwegt fortsetzen, so über die Reverse-Polarity-SMA (RP-SMA). Bei ihnen wurden die Rollen von Stecker und Buchse vertauscht. Man unterscheidet weiter K-Steckverbinder, V-Steckverbinder, W-Steckverbinder, Steckverbinder der Typen SMB, SMS, SMC und SMP oder auch TS-9-Steckverbinder, die man unter anderem bei UMTS-/ LTE-Sticks zum Anschluss externer Antennen verwendet.

Je nach Bedarf kommen also die unterschiedlichsten Steckverbinder zum Einsatz. Die wichtigsten davon sind in unserem Online-Shop aufgeführt. Deren Aufbau, vor allen Dingen Qualität und Durchmesser des Koaxialrohres, bestimmt den nutzbaren Betriebsfrequenzbereich.

Kategorie: Steckverbinder, News

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